Beeindruckende Bilanz bei Bürgerversammlung

Hopfensiegelfest

Gemeinde bestens aufgestellt und sehr liquide - Bürgermeister Zeitler legt Rechenschaft ab

Bürgermeister Gerhard Zeitler hatte sich (zu) gut auf die Bürgerversammlung im Trainer Zehentstadl vorbereitet. Fast zwei Stunden dauerte sein Rechenschaftsbericht zu allen relevanten Themen der Gemeinde, und anscheinend informierte er die Bürger so umfassend, dass es bei der anschließenden Aussprache keine Wortmeldungen gab.

Der Zehentstadl war voll besetzt, als Zeitler seine Ausführungen mit einer umfangreichen Präsentation samt vielen Fotos, Zahlen und Diagrammen von den Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtete. Den Jahresbericht 2019 eröffnete er mit der Anmerkung zur Grundschule - in diesem Schuljahr leider wieder mit kombinierten Klassen. Zwei Gründe gebe es dafür: Die Eltern hätten mehr Entscheidungsfreiheit darüber, ob ihre Kinder eingeschult werden oder nicht (von möglichen 22 Kindern wurden nur zwölf eingeschult); darüber hinaus besteht nach seiner Ansicht auch ein Lehrermangel. Er habe aber große Hoffnung, dass ab dem kommenden Schuljahr wieder reguläre Klassen in Train bestehen werden. 70 Schüler besuchen derzeit die Schule, wovon 35 Kinder das Angebot der Ganztagsbetreuung mit Mittagsverpflegung nutzen. "Ich freue mich, dass dieses Angebot so gut genutzt wird", so das Gemeindeoberhaupt. Auch beim Kindergarten (Träger ist die Pfarrei) hat die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht, Umbau und Sanierung des Gebäudes sind inzwischen abgeschlossen. Die drei Kindergartengruppen sind in die neu gestalteten Räume eingezogen. Die Kosten liegen bei fast zwei Millionen Euro, wovon 40 Prozent vom Freistaat gefördert werden. Anhand von Fotos zeigte Zeitler, was im Kindergarten alles gemacht wurde. Er erwähnte zudem, dass die Zusammenarbeit mit der Kichenverwaltung, Pfarrer Becher und der Kindergartenleitung bestens gewesen sei. Ein Ganztagsangebot mit Mittagsverflegung und flexiblen Buchungszeiten konnte so geschaffen werden. Der Pausenhof und die Fassade der Mehrzweckhalle werden im Frühjahr saniert und neu gestaltet. Die Kinderkrippe ist inzwischen ein Erfolgsprojekt der Gemeinde. Sie ist voll belegt, sodass sich Eltern bei Bedarf frühzeitig den Platz für ihr Kind sichern sollten. Ein gutes Zeugnis stellte der Bürgermeister auch der Musikschule aus. Rund 140 Schüler besuchen die Einrichtung. Unterricht für 20 verschiedene Instrumente wird angeboten. Die Kosten von rund 70000 Euro für diese Bildungseinrichtung sind nach seiner Ansicht sehr gut angelegt. Bei verschiedenen Anlässen (vom Picknickkonzert bis zum Martinimarkt) haben die Schüler dabei ihr Können gezeigt.  Für ein kleines Baugebiet am Lärchenweg in St. Johann mit 15 Bauparzellen wurde der Bebauungsplan inzwischen aufgestellt. Die Erschließung soll womöglich heuer noch erfolgen. Ein großes Gewerbegebiet wird ebenfalls in St. Johann entstehen. Rund 130000 Quadratmeter Fläche habe er dafür erwerben können, berichtete Zeitler erfreut. Ein Drittel davon werde ein großer Betrieb aus der Hopfenbranche erwerben. Der Vertrag dafür soll in den nächsten Wochen unterzeichnet werden. Auch in Sachen Regenrückhaltung bei Unwettern sei die Gemeinde inzwichen entscheidend vorangekommmen, so Zeitler. Das Rückhaltebecken in St. Johann sei fertig, für "Train-Süd" werde die Ausschreibung heuer noch erfolgen, und auch in Mallmersdorf wird spätestens nächstes Jahr vieles umgesetzt. Erfreulich dabei sei, dass für Train und Mallmersdorf Zuschüsse zugesagt wurden. Für die Maßnahme in St. Johann mit Kosten von kanpp 480000 Euro gab es trotz intensiver Bemühungen leider keine Förderung. Zur Sprache brachte der Bürgermeister auch einen Antrag von Bewohnern der Kirchbergsiedlung auf Erstellung einer zusätzlichen Ausfahrt vom Kirchberg zur Kreisstraße Richtung Niederumelsdorf. "Nach intensiver Prüfung haben insbesondere die Untere Straßenverkehrsbehörde und die Kommunalaufsicht das Projekt abgelehnt", erläuterte er. Für die Kommune gebe es hier daher keinen weiteren Handlungsspielraum.

Der Vorstand der Dorferneuerung und der Gemeinderat seien sich zudem weitgehend einig: "Wir wollen, dass ins Bräustüberl wieder Leben einkehrt", berichtete der Bürgermeister. Zu einem Dorfmittelpunkt gehöre dies dazu. Inzwischen sei ein Planungsbüro für die Entwurfsplanung beauftragt. Eine Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten und einem daneben stehenden Dorfstadl sollen entsehen. "Dafür wurden uns bis zu 80 Prozent Förderung über das Programm 'Lebendige Dorfmitte - Innen statt Außen' in Aussicht gestellt", so Zeitler weiter. Hier dürfe man nichts versäumen. Anhand von Fotos zeigte Zeitler dann auf, dass die Gemeinde mit Recht inzwischen eine Kulturhochburg sei. Der Martinimarkt, das Hopfensiegelfest, die Feier "300 Jahre Bruderschaft" und verschiedenste Veranstaltungen im Zehentstadl bewiesen dies eindrucksvoll. Mit Veranstaltungen für die Senioren, die Ehrenamtlichen und die Neubürger habe die Gemeinde ihre besondere Wertschätzung gezeigt.

 

Dass die Finanzlage der Gemeinde trozt der umfangreichen Investiotionen mehr als gut ist, zeigte der Bürgermeister zum Abschluss seiner Ausführugen auf. Die Gemeinde ist seit 1994 schuldenfrei. Die Durchschnittsverschuldung der Bayerischen Kommunen liegt nach seiner Aussage bei rund 592 Euro pro Einwohner. In Train sieht die Lage ein wenig anders aus. Die Gemeinde verfüge über ein Guthaben von über 4000 Euro pro Einwohner - sicher auch ein Grund, warum es am Schluss keine Fragen mehr gab. Fazit für den Außenstehenden: In der Gemeinde Train scheint alles bestens gerichtet.

 

Text: Mittelbayerische Zeitung vom 08.02.2020

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