Geh- und Radwegsbeleuchtung zum Nulltarif: Gemeinde Train beschreitet neue Wege

Neue solar betriebene Straßenbeleuchtung

Neue Wege beschreitet die Gemeinde Train bei der Beleuchtung des Geh- und Radweges von Train nach Mallmersdorf: Mit den Leuchten „STREETSUN“ von der Firma Krinner (Straßkirchen bei Straubing) wird dieser Straßenbereich künftig ohne Strom kostengünstig beleuchtet. Die „STREETSUN“ ist dabei eine solarbetriebene Straßenleuchte mit besonderer Technik in außergewöhnlichem Design (wurde mit dem Product Design Award im Jahre 2007 ausgezeichnet).

Solarleuchte

 

Sie wird hauptsächlich zur Beleuchtung von Nebenstraßen, Parkplätzen, Gehwegen, Golfplätzen und Hotelanlagen eingesetzt. 300 STREETSUN‘s Solarstraßenleuchten wurden heuer beispielsweise im Oman in einer Golf- und Ferienanlage installiert. Die Leuchten werden inzwischen von der Firma Krinner weltweit vertrieben. Sie ist ökonomisch und ökologisch überzeugend, da sie die Sonne als einzige Energiequelle nutzt und somit nur sehr geringe fortlaufende Kosten verursacht. Keine Energiekosten, hohe Lebensdauer, wartungsarme und umweltfreundliche Energienutzung, dies waren die ausschlaggebenden Argumente für den Gemeinderat bei der Entscheidung.  Darüber hinaus sind keine Verkabelungsarbeiten notwendig und die Montage ist schnell und einfach möglich. Diese Solarleuchten auf der Gemeindeverbindungsstraße von Train nach Mallmersdorf sind eine Referenzstrecke, die bei Interesse in Absprache mit Bürgermeister Zeitler gerne auch anderen Kommunen im Landkreis Kelheim genauer vorstellt und erläutert wird. 

 

Dank der mit über 50.000 Betriebsstunden äußerst langlebigen LED-Leuchtkörper werden die Leuchten auch nur sehr geringe Wartungskosten verursachen. Die Leuchten bestehen aus insgesamt 4 m hohen Masten mit lichtstarken LED-Leuchtkörpern. Die elektrische Energie liefert ein Solarmodul an der Mastspitze. Mit 25 Watt Leistung soll es auch an bewölkten Tagen genügend SolarleuchteLadestrom für den integrierten Hochleistungsakku erzeugen. Nachts versorgt der Akku die energieeffizienten LED's im Leuchtenkopf mit Strom. Er speichert  dabei genügend Energie für jeweils 15 Stunden Leuchtdauer für die folgenden drei bis vier Nächte. Auch lange Winternächte sollten so ausreichend sicher ausgeleuchtet werden. Nach Berechnungen des Herstellers werden sich die Mehrkosten (der Preis für eine Leuchte liegt bei etwa 3.000 Euro, eine herkömmliche Leuchte kostet etwa 2.000 Euro) in etwa 8 bis 10 Jahren amortisiert haben. Zum Betrieb der Leuchten ist auch ein entsprechendes Energiemanagement vorprogrammiert. Die Leuchten sind ab Einbruch der Dunkelheit bis 24 Uhr im Vollbetrieb mit 100 % Lichtleistung. Im Zeitraum 0 Uhr bis 5Uhr werden die Leuchten automatisch auf 50 % Lichtleistung gedimmt. Die Vorteile dieser Betriebsweise sind eine erhöhte Lichtleistung von 30 % im Sommer sowie eine höhere Reserve bei mangelnder Nachladung im Winter.  Die Gemeinde Train hat bereits in der Vergangenheit Umweltbewusstsein gezeigt. So wurden beispielsweise schon vor einigen Jahren Quecksilberdampflampen in den Straßenleuchten durch energiesparende Natriumhochdruckdampflampen ersetzt. Auch als Produzent von Ökostrom ist die Gemeinde aktiv. Auf den Feuerwehrhäusern in Train und Mallmersdorf sind entsprechende Photovoltaikanlagen im Einsatz. „Wir wollen auch künftig alles unternehmen, um ökologisch und umweltschonend mit gutem Beispiel voranzugehen", ist das Ziel für die Gemeinde.

 

Neue Wege hat man auch bei  der Aufstellung und Befestigung der Solarleuchten beschritten. Die Leuchten wurden nicht in ein Betonfundament eingegossen sondern schnell und effizient mit so genannten Schraubfundamenten aufgestellt. Schraubfundament

Diese neue Form der Fundamentgründung wurde vor über 10 Jahren von der Firma Krinner entwickelt und wird heute weltweit eingesetzt.  Die Schraubfundamente können in allen Bodenarten eingebaut werden. Das gesamte Geländeumfeld bleibt im ursprünglichen Zustand erhalten, somit ist kein Graben oder Betonieren erforderlich. Anwendungsbeispiele für diese „Bodendübel" sind etwa  Straßenschilder, Fahnenmaste, Werbetafeln, Carports, Sport- und Spielgeräte, aber auch Holz- und Stahlhallen, Zaunanlagen oder Photovoltaikanlagen auf Freiflächen.  „Diese Fundamentbauweise spart Zeit, Kosten und ist zudem umweltfreundlich, daher werden wir sie künftig auch für die Aufstellung unserer Verkehrsschilder vorsehen",  so die Vorstellung unseres Bürgermeisters Gerhard Zeitler. Auch für die nahe Zukunft bestehen schon Planungen. So soll schon bald ein Großteil der alten Straßenleuchten  durch Leuchten mit Solarkollektoren ersetzt werden. Hier gibt es bereits neue Leuchten, die tagsüber den Strom über einen Wechselrichter in das Energienetz einspeisen und nachts wieder aus dem Netz betrieben werden. Dadurch wird eine maximale Systemeffizienz erreicht und Spitzenlasten können so effektiv abgedeckt werden. Verhandlungen mit den Energieversorgern über diese Beleuchtungsformen sind zurzeit im Gange.  Hier will die Gemeinde tätig werden, wenn es entsprechende Vereinbarungen gibt.

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