Letzte Bürgerversammlung 2026 von Bürgermeister Gerhard Zeitler

Bürgerversammlung

Foto von Maria Karl

Im mit über 130 Bürgerinnen und Bürgern voll besetzten Trainer Zehentstadl fand am vergangenen Sonntag die letzte Bürgerversammlung von Bürgermeister Gerhard Zeitler statt. Mit einer umfangreichen Präsentation berichtete er ausführlich über die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres. Dabei wurde deutlich, dass die Gemeinde Train zurecht als Vorzeigegemeinde im Landkreis Kelheim gilt. Einleitend begrüßte er die Besucher, unter ihnen Pfarrer Franz Becher, den ehemaligen Schulamtsdirektor Karl-Heinz Wittl, die Leitungen der Bildungseinrichtungen, Vereinsvorsitzende, Vertreterinnen der Bücherei, Ehrenamtliche sowie stellvertretend für die Gemeinderäte den zweiten Bürgermeister Armin Stiegler.

Gemeindliche und von der Gemeinde unterstützte Einrichtungen bestens aufgestellt

Los ging sein Bericht dann mit den Bildungseinrichtungen der Gemeinde. Die Kinderkrippe Hopfazwergerl konnte im letzten Jahr mit vielen Gästen ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Die Betreuerinnen Manuela Sperger und Daniela Lobani, die seit der Gründung zum Team gehören, wurden dabei besonders geehrt. Auch Landrat Martin Neumeyer stattete der Einrichtung einen Besuch ab und überreichte eine Anerkennungsurkunde. Anschließend ging er auf den Kindergarten St. Michael ein. Diese kirchlich geführte Betreuungseinrichtung konnte im letzten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Mit einem großen Fest und zahlreichen Gästen wurde bei strahlendem Sonnenschein entsprechend gefeiert. Ereignisreich war 2025 auch wieder für die Grundschule. Neben dem runden Geburtstag von Rektorin Brigitte Peckl waren das Schulfest, das Ende Mai bei strahlendem Sonnenschein gefeiert wurde und die Anpflanzung einer Blühwiese im Außenbereich der Schule bemerkenswerte Aktionen. Im September konnten zudem 22 Erstklässler in der Schule begrüßt werden. „Die offene Ganztagsschule unter der Führung von KAI e.V. ist ebenso eine hervorragend geführte Einrichtung in unserer Gemeinde“, berichtete der Bürgermeister weiter. Ergänzend zur Hausaufgabenbetreuung werden viele besondere Aktionen, von Bastelangeboten über Sport- und Spielangeboten bis zu Ausflügen durchgeführt. „Auch die musikalische Bildung wird mit unserer Trainer Musikschule hervorragend gewährleistet“, schilderte Zeitler nicht ohne Stolz. Faschingskonzert, Sommerkonzert, Picknickkonzert und Wichtelkonzert waren tolle Veranstaltungen, bei denen viele Nachwuchsmusikerinnen und -musiker ihr Können unter Beweis stellten. Erweitert wurde zudem die Kooperation zwischen Musikschule und Grundschule Train mit einer Trommelgruppe. Bildungs- und Sportangebote gibt es in Train zudem durch die VHS, die ein vielfältiges Programm anbietet. Sehr gut frequentiert ist auch die Gemeindebücherei unter Führung von Rita Hermann. Im letzten Jahr wurden Helga Graml und Benedikta Herrmann für ihre Mitarbeit mit einer Urkunde vom St. Michaelsbund geehrt. Das Ferienprogramm unter der Leitung von Eva Leschhorn hatte letztes Jahr wieder zahlreiche außergewöhnliche Aktionen dank vieler Vereine und ehrenamtlicher Unterstützer zu bieten. Nicht zuletzt trug das Kreativforum Schlossplatz unter der Regie von Tanja Dirscherl mit seinen Veranstaltungen rund um den Zehentstadl wesentlich zur kulturellen Vielfalt in der Gemeinde bei. Highlights waren eine Kunstausstellung, der traditionelle Martinimarkt und kürzlich erst die Lesung mit der bekannten Schauspielerin Jutta Speidel. Die Leistungen der Ehrenamtlichen in der Gemeinde Train wurden bei einem Empfang gemeinsam mit den Neubürgern besonders gewürdigt. Ganz besonders dankte der Bürgermeister den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren für ihren vorbildlichen Einsatz.

Investitionen in Infrastruktur

Endgültig fertiggestellt wurde letztes Jahr die Ortsdurchfahrt Neukirchen, berichtete Zeitler. Das dortige Backhaus wurde leider vor kurzem bei einem Verkehrsunfall komplett zerstört. Zeitler kündigte an, dass es wiederaufgebaut wird. Regenrückhaltemaßnahmen für den Ortsteil Mallmersdorf stehen für 2026 auf der Agenda. Sobald die Freigabe der Behörden erfolgt soll die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens ausgeschrieben und dieses anschließend schnellstens gebaut werden. Im Bereich der Trainer Ortsdurchfahrt KEH 3 wurden letztes Jahr die Kanalanschlüsse repariert. In den kommenden Monaten steht die Erneuerung der Wasserleitungen an. 2027 sollen dann Neuasphaltierung und die Erneuerung des Gehwegs erfolgen. In St. Johann wurde die letzte alte Trafostation aus den 70er Jahren zurückgebaut und zwischen Train und Mallmersdorf erfolgte der Aufbau einer neuen, moderne Beleuchtung entlang des Geh- und Radwegs. „Die Gemeinde setzt dabei auf nachhaltige Solarlampen,“ berichtete der Bürgermeister.

Rettung von Tieren und vielfältige Pflanzaktionen

Der Wasserzulauf zum Schlossweiher war sehr stark verschlammt, so dass zahlreiche Fische kaum noch lebensfähig waren. „Daher war eine schnelle Sanierung unumgänglich, zum Wohle der Tiere und damit auch der Natur“, erklärte der Bürgermeister. Entstanden ist nun ein Zulauf, der naturnah, funktional und ökologisch wertvoll ist und Kinder können barfuß ins Wasser zu gehen und die Natur unmittelbar erleben. Vielfältige Pflanzaktionen wurden und werden stets im gesamten Gemeindebereich durchgeführt, so Zeitler. Besonders umfangreich waren diese im Gewerbegebiet Ziegelstadl und in einigen Ausgleichsflächen.

Bauhof perfekt aufgestellt

Ein weiteres Thema war der gemeindliche Bauhof. Dieser ist nach Aussage des Bürgermeisters perfekt aufgestellt, Ein Bild davon konnten sich zahlreiche Besucher im letzten Herbst beim Tag der offenen Tür machen. Bauhofleiter Franz Zeitler hat inzwischen auch die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik erfolgreich abgeschlossen und ist darüber hinaus auch geprüfter Biberberater.

Erweiterung des VG-Gebäudes in Siegenburg

Ein besonderes Augenmerk legte Zeitler als VG-Vorsitzender auf die räumliche Erweiterung des VG-Gebäudes in Siegenburg. Die inzwischen über 30 Beschäftigten benötigten dringend mehr Platz, um ihre Arbeit gut erledigen zu können. Fertigstellung und Einweihung des Anbaus sind in zwei bis drei Monaten zu erwarten.

Energie und Klimaschutz – große Schritte auf dem Weg zur Wärmewende

Die Gemeinde Train ist eine der ersten in Bayern, die die kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen hat. Ein besonders bedeutendes Projekt darin ist die Nahwärmeversorgung in St. Johann. Aktuell wird mit einer Machbarkeitsstudie geprüft, in wie weit die Abwärme der Hopfenveredelung für das Gewerbegebiet sowie das angrenzende Wohngebiet genutzt werden kann. Die Nutzung von Hopfentreberpellets aus der Produktion der Hopfenveredelung ist dabei auch für ein Wärmenetz in Train eine Option, so der Bürgermeister. Er dankte dem Energiebeauftragten Josef Limmer und seinem Vorgänger Georg Niesl für die Unterstützung in dieser Sache.

Dienstaufsichtsbeschwerden und mehr aus den Reihen der CSU/UW-Fraktion

Zum Abschluss seines Jahresberichtes ging der Bürgermeister auch auf die zahlreichen Dienstaufsichtsbeschwerden ein, die in den letzten sechs Jahren von einem Gemeinderat der CSU/UW-Fraktion bei der Kommunalaufsicht eingereicht wurden. „Es gehört für mich zur Transparenz, darüber zu berichten“, meinte er dazu einleitend. Die Kommunalaufsicht hat sämtliche erhobenen Vorwürfe geprüft und keinerlei Fehlverhalten festgestellt. Daraufhin erfolgte im vergangenen Herbst eine Beschwerde bei der Bezirksregierung, die ebenso abgewiesen wurde. Und „zu guter Letzt“ wurde sogar noch der Datenschutzbeauftragte der Verwaltungsgemeinschaft kontaktiert. Auch hier das Ergebnis: Der Bürgermeister hat korrekt gehandelt. „Das Gemeinderatsmitglied der CSU/UW-Fraktion wollte wohl meinen Ruf schädigen, weil vermutlich davon ausgegangen wurde, dass ich nochmals für das Bürgermeisteramt kandidieren werde“, meinte er dazu. Diese Aktionen vergifteten das Klima im Gemeinderat und schadeten auch dem Ruf der Gemeinde.

Überragende Bilanz zum Anschluss

Nach einer kurzen Pause mit Häppchen und Getränken (gesponsort aus eigener Tasche, wie er betonte) präsentierte der scheidende Bürgermeister eine außergewöhnliche Bilanz. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde Train 1.951 Einwohner. Der Gesamthaushalt betrug 8,69 Millionen Euro. Am Jahresende konnte ein Überschuss von 0,96 Millionen Euro in die Kapitalrücklagen übernommen werden. Diese betragen jetzt gut 8 Millionen Euro. Darüber hinaus gehören der Gemeinde neben den „Standardimmobilien“ wie Schule, Kindergarten und Mehrzweckhalle auch der Zehentstadl, das frühere Raiffeisengebäude und das marode Bräustüberlgebäude. Obendrein ist die Gemeinde Eigentümer von rund 110 Hektar landwirtschaftlicher Flächen. „Vier Hektar davon habe ich erst noch am Jahresanfang gekauft“, so Zeitler. Er ging dann noch auf einige Anfragen ein, die die Ausgaben für die verschiedenen gemeindlichen Einrichtungen, die Nutzungsmöglichkeiten des Zehentstadls und die Restaurierung von Feldkreuzen betrafen.

Ein Dank für Engagement und ein Plädoyer für Zusammenhalt

Sichtlich bewegt dankte Bürgermeister Zeitler am Schluss allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre aktive Teilnahme. Seine Schlussworte: „Mein Dank gilt nach 24 Jahren als Bürgermeister allen, die mich in dieser Zeit unterstützt haben, vor allem auch meiner Familie. Ich habe immer nach bestem Wissen und Gewissen für unsere Gemeinde gehandelt. Wir sind hervorragend für die künftigen Herausforderungen gerüstet. Gemeinsam werden sie bewältigen. Jede und jeder Einzelne trägt dazu bei, dass die Gemeinde Train eine starke und lebenswerte Gemeinde bleibt.“ Mit langanhaltendem und stehendem Applaus dankten die Besucher dem Bürgermeister für seine Ausführungen und für seine Arbeit.