Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich spricht zur Entwicklung des ländlichen Raums

„Potenziale der Orte nutzen“

Bezirkstagspräsident Olaf HeinrichNoah Atzenbeck

Abschließend bedankte sich der Wildenberger CSU-Ortsvorsitzende Winfried Roßbauer (rechts) bei Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich (links) mit einem kleinen Geschenk. Auch MdL Petra Högl (2. v. r.) und CSA-Kreisvorsitzende Anita Mayer dankten für sein Kommen. Foto: Noah Atzenbeck

Wildenberg. (wr) Gemeinsam haben die CSU-Ortsverbände Wildenberg, Train, Siegenburg, Kirchdorf und Elsendorf zu einer Veranstaltung in das Gasthaus Stempfhuber in Pürkwang eingeladen. Der Bezirkstagspräsident von Niederbayern, Olaf Heinrich, erläuterte den zahlreichen Besuchern die Zukunft des ländlichen Raumes im Regierungsbezirk Niederbayern. Gemeinsam mit den Gästen sammelte er innovative Ideen, diskutierte neue Lösungsansätze und zeigte kreative Wege auf, wie der ländliche Raum Niederbayern seine Erfolgsgeschichte fortschreiben könnte.

 

„Wir brauchen neue Ideen und neue Denkansätze sowie die Sammlung von guten Beispielen, wir brauchen aber auch eine mittel- und langfristige Vision, wie wir in Zukunft leben wollen“, so der Bezirkstagspräsident eingangs. Da die ländlichen Regionen eventuell Lebensräume für die Zukunft werden, müsse man sich überlegen, so der Referent, wie es gelingen kann, städtische, zentralörtliche Funktionen im ländlichen Raum zu erhalten und wie die endogenen Potenziale der Orte genutzt werden können.

 

„Besteht die Möglichkeit, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, wirtschaftliche Chancen aufzuzeigen und die spezifischen Vorteile und Stärken ländlicher Regionen in den Vordergrund zu stellen?“, fragte sich Heinrich. Dabei zeigte er große Unterschiede innerhalb Niederbayerns auf.

 

Der Rückgang des Einzelhandels unter anderem durch Internethandel greife überall, die Stagnation und Alterung der Bevölkerung sei erkennbar, es entsünden neue Chancen durch Digitalisierung, Homeoffice und das neue Leben auf dem Land. Heinrich stellte Kooperationen in Genossenschaften oder Ähnliches zur Diskussion. Wo die Lösung liege, wenn nicht vor Ort, das konnte niemand auf Anhieb beantworten.

 

„Sinnstiftende Rendite“

 

Breiten Raum nahm bei seinem Vortrag ein neues Denken in Richtung „sinnstiftende Rendite“ ein. Aus seiner Erfahrung heraus könne er sagen, dass die wichtigsten Lebensentscheidungen nicht rein rational gefällt werden. Eine Verwurzelung in einer Region könne zum entscheidenden Faktor werden. Auch seien vor Ort Kooperationen leichter zu organisieren mit dem Ziel, gemeinsam Werte zu schaffen. Wie der Bezirkstagspräsident weiter ausführte, findet seiner Meinung nach die Lösung für einen Ort am besten derjenige, der dort lebt.

 

Der Gast erläuterte neue Chancen durch neue Kooperationen und bat darum, lokale Wirtschaftskreisläufe unter dem Motto „Lebensqualität durch Nähe“ zu stärken. Mit Blick in die Zukunft versicherte der Referent, dass die lokale Identität als Voraussetzung für Investitionen wichtig sei. Das bedürfe allerdings intensiver Vorbereitung, denn Dynamik entstehe durch eine breite Verankerung.

 

Für die Zukunft müsse man sich nach Aussage Heinrichs darauf konzentrieren, wo man lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und schaffen könne, wohin touristische Fördermittel gesteuert werden und welche Zuschüsse für gemeinschaftliche Investitionen abgerufen werden können. „Auch müsste man sich fragen: Wohin wollen wir uns entwickeln?

 

Mit Sicherheit, so Bezirkstagspräsident Heinrich, würden die staatlichen Mittel weniger: „Wir sollten weniger in Steine und mehr in Köpfe investieren und uns fragen, wo liegen die Chancen für unsere Region“, so seine Forderung

 

Ausführliche Diskussion

 

Die Diskussion, in der sich auch MdL Petra Högl, die CSA-Kreis- vorsitzende Anita Mayer sowie die Ortsvorsitzenden der beteiligten Ortsverbände zu Wort meldeten, wurde vom Wildenberger CSU-Ortsvorsitzenden Winfried Roßbauer geleitet. Themen, wie man das eigene Dorf gemeinsam weiterentwickeln könne, wie Grundschulen in den Orten erhalten bleiben, wie die Bürokratie weiter abgebaut werden könne und wie man von der 10-H-Regel wegkomme, wurden dabei besprochen. Auch die Umstellung auf Elektrofahrzeuge war ein Thema sowie die Wasserstoffzukunft und wie es zu einem Mehr an Bürgerbeteiligung kommen könne.

 

Quelle: Dieser Artikel stammt aus der Hallertauer Zeitung vom 19.08.2022.