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Die 72-Stunden-Aktion der Landjugend

Die 72 Stundenaktion der Landjugend

Musik spielt im Hintergrund, während im den durch einen Scheinwerfer hell erleuchteten Gewölben fünf junge Burschen mit ihren Maurerhämmern auf Gerüsten an die bis zu vier Meter hohe Decke klopfen. Über 100 Jahre alter Putz rieselt auf die steinerenen Bodenplatten des in zwei Räume von je etwa 40 Quadratmeter unterteilten Bräukellers in Train. "Der pröselige Putz wird entfernt, damit der Keller nicht mehr so feucht und schimmelig wird", erklärt Wedelin Lohr, der Vorstand der Trainer Landjugend, Zaungästen. Seit Donnerstag Abend arbeiten er und etwa 20 Jugendliche an dem Trainer Projekt der 72-Stunden Aktion des Kreisjugendverbandes.

 

Aus drei Vorschlägen fiel die Wahl auf die Renovierung des alten Bräukeller, der heute im Besitz der Gemeinde Train ist.

 

 

 

Der Bräukeller

Der Bräukeller entstand im Jahre 1838, als der letzte Gutsherr und Schlossadelige Johann von Müllern für die kurz vorher entstandene Schlossbrauerei einen Lagerkeller suchte. Der Platz, auf dem heute noch ein imponierender Baumbestand steht, gehörte bis dahin der Michaelskirche und wurde seit jeher dem Mesner zur Nutzung überlassen. Ohne Einverständnis des zuständigen Pürkwanger Pfarrers tauschte der resolute Gutsherr damals ein anderes Feld gegen den Bräukeller. Das auf den grossen Kellergewölben errichtete Bräumeisterhaus ist heute verschwunden, aber noch bis vor wenigen Jahrzehnten diente der backsteingemauerte Keller, der Schlossbrauerei als Lagerstätte für das weithin bekannte "Trainer Ritter". Unter den schattigen Bäumen wurde in früheren Zeiten häufig und ausgiebig der Durst gelöscht. Daran erinnert heute noch das Kellerfest der Tellschützen.

 

Zum Durstlöschen hatten die Jungen von der KLJB wenig Zeit. Bereits am Donnerstag abend wurde unter Scheinwerferlicht bis 23 Uhr gearbeitet und der Schutt aus dem Keller entfernt. Am Freitag und Samstag legten die Jugendlichen dann sogar von 7 Uhr früh bis nach Mitternacht Hand an, um Sonntag Abend fertig zu werden. Die Holzplanken der Treppe wurden erneuert, erstmals ein Geländer angebracht, der beschädigte Boden ausgebessert, der Lüftungsschacht freigelegt und ein Fundament am Lüftungsschacht angelegt. Auch aussen erhielt der Bräukeller ein neues Gesicht. Eine neue Eingangstür wurde angebracht, ein neuer Sockel am Eingang gemauert und die Böschung um den Keller herum neu angelegt.

 

Bürgermeister Decker: "Die Jugend ist der Entscheidungsträger von morgen" "Stolz bin ich auch auf meine Mitglieder, weil die Aktion so gut angenommen und unser Einsatz so gross ist", verriet der Vorstand. "Ich finde es gut, wenn junge Leute für unsere Gemeinde Verantwortung übernehmen, weil sie die Entscheidungsträger von morgen sein werden", sagte Bürgermeister Max Decker zum Engagement der Trainer Landjugend. Zudem werde durch das gemeinsame Arbeiten das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort gestärkt. Natürlich habe die Gemeinde auch direkte Vorteile, betonte Decker. Es müsse keine finanziell belastende Fremdvergabe der Arbeiten durchgeführt werden und das Ortsbild werde in dieser Ecke der Gemeinde schöner werden. Am Sonntag abend stand dann auch eine Gedenktafel auf einem Marmorstein am Eingang des Kellers. Neben der Geschichte des Kellers, die die Mädchen der KLJB zusammengetragen hatten, verewigte sich die Jugend mit ihrem Hinweis auf die 72 Stunden Aktion in Train.

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